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STEUERKETTE-ZAHNRIEMENIhr Steuertrieb in 1 Klick
Ford 2.2 TDCi Motor (Projekt Gemini PSA-Ford)
Zwei Familien, ein Motorblock

Ford 2.2 TDCi Motor:
Steuerkette oder Zahnriemen?

Es gibt nicht eine Antwort, sondern zwei. Unter der Bezeichnung „2.2 TDCi" (und ihrem Zwilling 2.2 HDi bei PSA) existieren zwei Motoren aus demselben Projekt nebeneinander: die Puma-Familie mit Stahlkette für die Nutzfahrzeuge und die DW12-Familie mit gemischtem Antrieb für den Pkw-Bereich. Herauszufinden, welchen Sie haben, verändert alles.

Kurze Antwort: Es hängt von der Karosserie ab

Der 2.2 TDCi ist eine Handelsbezeichnung, die zwei unterschiedliche Motorblöcke aus der Co-Entwicklung PSA-Ford (Projekt „Gemini") umfasst. Die Art des Steuertriebsantriebs wurde je nach Einsatzzweck des Fahrzeugs gewählt.

Puma-Familie — Steuerkette

Nutzfahrzeuge & Pick-ups: Transit, Transit Custom, Ranger, Boxer, Jumper, Ducato, Land Rover Defender.

Rollenkette aus Stahl. Prüfung ab 150.000 km, vorbeugender Wechsel um 200.000 km.

DW12-Familie — Zahnriemen

Pkw: Mondeo Mk4, S-Max, Galaxy, Peugeot 508, Citroën C5.

Äußerer Zahnriemen + kleine Kette zwischen den Nockenwellen. Wechsel 200.000 km / 10 Jahre.

Wichtige Ausnahme: Der Ford Mondeo Mk3 (2000-2007) ist eine Limousine, die aus historischen Gründen den Puma-Motor trägt … also mit Steuerkette. Umgekehrt ist der Nachfolger des 2.2 (der 2016 eingeführte 2.0 EcoBlue) auf einen im Ölbad laufenden Zahnriemen umgestiegen, der deutlich anfälliger ist.

Ein einziges Projekt, zwei Lastenhefte

Ende der 1990er-Jahre starten Ford und PSA das Projekt „Gemini", um die Entwicklungskosten ihrer Dieselmotoren gemeinsam zu tragen. Die Rollenverteilung hat die Bauart des Steuertriebs jeder Familie unmittelbar bestimmt.

Ford führt beim Nutzfahrzeug (Puma / ZSD-422)

Priorität auf absoluter Robustheit, Durchzugskraft bei niedriger Drehzahl und langen Wartungsintervallen. Die Rollenkette aus Stahl setzt sich durch, um extreme Belastungen aufzunehmen.

PSA führt beim Pkw (DW12)

Priorität auf Laufruhe, Reduzierung von Geräuschen und Vibrationen (NVH) sowie Sanftheit. Der Zahnriemen aus Elastomer dämpft die Drehungleichförmigkeiten des Diesels.

Puma-Familie (ZSD-422): die Stahlkette

Der Puma-Block (2.198 cm³) ist das Arbeitstier der Baureihe. Man findet ihn im Ford Transit (Mk6, Mk7 und Transit Custom bis 2016), im Ranger T6 (2011-2020), im Land Rover Defender sowie unter den Bezeichnungen 2.2 HDi / Multijet in Peugeot Boxer, Citroën Jumper und Fiat Ducato. Ford hat ihn ausnahmsweise in eine Limousine eingebaut: den Mondeo Mk3 mit 155 PS (Code QJBA), der damit den Kettenantrieb erbt.

Die Bauweise ist zu 100 % metallisch: eine Simplex-Rollenkette (einreihig) verbindet die Kurbelwelle mit den beiden obenliegenden Nockenwellen, während eine zweite Kette, kürzer und unten im Gehäuse untergebracht, separat die Ölpumpe antreibt. Diese Trennung stellt den Öldurchsatz auch dann sicher, wenn die lange Hauptkette schwingt.

BauteilTransit Custom (CYFF/CYF4)Ranger (GBVAJQJ) / Mondeo Mk3
KettentypSimplex, geschlossen (z. B. G68HR)Simplex oder Duplex je nach Leistung
Kettenglieder (Hauptkette)122 Glieder132, 134 oder 138 Glieder
ÖlpumpenantriebSekundärkette (74-76 Glieder)Sekundärkette (76 Glieder)
Geschätztes Kettengewicht~ 1,2 bis 1,26 kg~ 1,3 bis 1,4 kg
SpannungHydraulischer Kettenspanner (Öldruck) + Gleitschienen aus hochdichtem Polymer

Tabelle 1 — Steuertrieb-Spezifikationen der Puma-Familie. Die Kettenlänge variiert je nach Einbaulage (Quereinbau Nutzfahrzeug vs. Längseinbau Pick-up/Limousine).

„Kette für die Lebensdauer": ein von den Flotten widerlegter Mythos

Ursprünglich als „wartungsfrei" verkauft, längt sich die Puma-Kette in Wirklichkeit durch Verschleiß an den Kettenbolzen. Der im Öl angesammelte Ruß (DPF-Regenerationszyklen) beeinträchtigt den Schmierfilm und beschleunigt den Abrieb. Da der Motor ein Interferenzmotor ist, führt ein Überspringen eines Zahns zur Kollision von Ventilen und Kolben und zur Zerstörung des oberen Motorbereichs.

Die Schmierung ist der Faktor Nr. 1 für die Langlebigkeit: Da der Spanner über den Öldruck versorgt wird, verlangen die Motorenbauer einen Ölwechsel alle 15.000 km (10.000 km im Stadtverkehr / bei hoher Last), mit synthetischem 5W30 ACEA C3 (Low SAPS). Das mitunter angegebene Intervall von 30.000 km gilt als katastrophal.

Eine verschlissene Puma-Kette erkennen

1. Metallisches Rasseln im kalten Zustand

Ein „schepperndes" oder rasselndes Geräusch beim Kaltstart, das nach einigen Sekunden nachlässt: Der Öldruck ist noch nicht maximal und der Spanner gleicht das Spiel nicht sofort aus. Das ist das erste Warnsignal.

2. Schwerer Startvorgang

Langes Durchdrehen des Anlassers verrät eine leichte Verschiebung des Einspritzpunkts aufgrund des Kettenspiels.

3. Motorkontrollleuchte und Fehlercodes

Das Steuergerät überwacht die Korrelation zwischen dem Kurbelwellensensor (OT) und dem Nockenwellensensor. Eine übermäßige Längung erzeugt eine Signal-Unstimmigkeit, die die Motorkontrollleuchte (MIL) auslöst und einen Fehlercode einträgt, bevor es zum mechanischen Schaden kommt.

DW12-Familie (Pkw): der gemischte Steuertrieb

Unter der Federführung von PSA entwickelt, kommt die DW12-Variante im Mondeo Mk4 (ab 2007), in S-Max und Galaxy sowie im Peugeot 508 und Citroën C5 zum Einsatz. Je nach Baujahr (Codes DW12BTED4, DW12C, 4HL) erhält sie einen sequenziellen Bi-Turbo (170-175 PS), einen Mono-Turbo mit variabler Geometrie BlueHDi (163 PS) oder einen auf 200/204 PS gesteigerten Bi-Turbo.

Diese Bauweise kombiniert buchstäblich beide Technologien, jede mit einer genauen Aufgabe — daher die häufige Verwirrung:

1. Zahnriemen (Primärantrieb)

Ein äußerer Zahnriemen aus verstärktem Elastomer (Glasfaser / Kevlar) treibt die Wasserpumpe, die Hochdruck-Einspritzpumpe und nur eine der beiden Nockenwellen (Auslass) an. Der Gummi dämpft die Vibrationen des Diesels.

2. Übertragungskettchen (Sekundärantrieb)

Eine kleine interne Kette unter dem Zylinderkopfdeckel, die im Öl läuft, überträgt die Bewegung auf die Einlassnockenwelle. Sie sorgt für eine äußerst präzise Synchronisation der 16 Ventile.

MerkmalDW12-Spezifikation
PrimärmaterialVerstärktes Elastomer (trockener äußerer Zahnriemen)
Riemenbreite~ 25,4 mm (Varianten 20 / 22 / 23 mm)
Anzahl der Zähne116, 117 oder 141 Zähne je nach Riemenscheiben
Vom Riemen angetriebene KomponentenWasserpumpe, HD-Einspritzpumpe, Auslassnockenwelle
Nockenwellen-SynchronisationInterne Rollenkette (im Gehäuse)
ZahnprofilAbgerundet oder trapezförmig

Tabelle 2 — Spezifikationen des gemischten DW12-Steuertriebs.

Eine „mechanische Sicherung", die den Schaden begrenzt

Anders als die Kette, die durch Rasseln warnt, ist der Riss eines Zahnriemens blitzartig und lautlos. Um die Schäden an diesem Interferenzmotor zu begrenzen, haben die Konstrukteure des DW12 Rollenschlepphebel mit Sollbruchstelle integriert.

Beim Aufprall von Kolben und Ventil bricht der Schlepphebel glatt ab und nimmt die Energie auf, wodurch in den meisten Fällen ein Verbiegen der Nockenwelle oder ein Durchschlagen des Kolbens vermieden wird. Die Reparatur bleibt aufwendig (Ausbau des oberen Motorbereichs, um die Schlepphebel zu ersetzen und die Ventildichtheit zu prüfen), erspart aber in der Regel den kompletten Motoraustausch.

Wechselintervalle

VersionNormale NutzungErschwerte Nutzung (Stadt)
Puma (Kette)Prüfung ab 150.000 km, empfohlener Wechsel ~200.000 km / 10 JahreÖlwechsel alle 10-15.000 km zwingend (5W30 C3)
DW12 (Zahnriemen)200.000 km oder 10 Jahre (was zuerst eintritt)160.000 km, teils sogar 120.000 km / 8 Jahre
Puma — vor 150.000 km
Akustische Überwachung
(strenge Ölwechsel)
150.000 - 200.000 km
Vorbeugender Wechsel
(optimales Zeitfenster)
DW12 — max. 10 Jahre
Zahnriemen zwingend
(zeitliche Frist)

Puma-Kette (Nutzfahrzeug)

1.200 - 2.000 €

Bezahlbare Teile (50-170 € der Kettensatz), aber hoher Arbeitsaufwand: Ausbau der Fahrzeugfront, der (oft festgerosteten) Injektoren und OEM-Steuerwerkzeug (6-mm-Arretierstifte). Große, aber unverzichtbare Ausgabe jenseits von 200.000 km.

DW12-Zahnriemen (Pkw)

600 - 1.000 €

Kompletter Satz 100-250 € (Zahnriemen + Rollen + Wasserpumpe, die grundsätzlich mitgewechselt wird), plus Arbeitszeit und Entlüftung des Kühlmittels. Planbare und unvermeidbare Kosten des Lebenszyklus.

Der Nachfolger 2.0 EcoBlue: der zu meidende Nasslauf-Zahnriemen

Ab 2016 ersetzt Ford unter dem Druck der Euro-6-Norm den 2.2 TDCi durch den 2.0 EcoBlue (Block YMF6, 105-185 PS). Um Reibung und Emissionen zu senken, gibt die Konstruktion die Stahlkette zugunsten eines im Ölbad laufenden Zahnriemens auf, der im Motoröl eingetaucht ist — eine Wahl, die sich als katastrophal erwiesen hat.

Bereits ab 80.000 km wird der Riemen chemisch von unverbrannten Kohlenwasserstoffen, dem Ruß der AGR und den Rückständen der DPF-Regeneration angegriffen. Seine Beschichtung zersetzt sich und setzt Mikropartikel frei, die das Sieb der Ölpumpe verstopfen. Der Öldruck bricht zusammen: Der Turbolader (150.000 U/min) frisst als Erstes, danach folgen die Pleuellager und der Motorschaden.

Parameter2.2 TDCi Puma2.0 EcoBlue
SteuertriebTrockene StahlketteNasslauf-Zahnriemen (im Öl)
Kritischer Ölwechsel15.000 km (5W30 C3)10.000 km (0W30 WSS-M2C950-A)
VerschleißartFortschreitende mechanische LängungChemische Zersetzung des Elastomers
Typischer SchadenZahnübersprung, VentilschadenVerstopftes Sieb, Turbolader & Motor gefressen
Zuverlässigkeit (Gebrauchtwagen)Robust, > 300.000 km bei guter WartungGroßes Misstrauen, Risikomotor

Tabelle 3 — Das Gebrauchtwagen-Paradox: Die „rustikale", aber berechenbare Robustheit der Puma-Kette verbessert ihren Ruf gegenüber den systembedingten Ausfällen des EcoBlue. EcoBlue-Reparatur: Turbolader 1.500-2.500 €, kompletter Block 8.000-12.000 €.

Gesamtbetriebskosten (TCO)

DW12 (Mondeo, 508)

Berechenbare TCO: ~800 € für den Zahnriemen alle 160-200.000 km. Das Risiko eines katastrophalen Ausfalls ist verschwindend gering, wenn die zeitlichen Fristen (10 Jahre) eingehalten werden.

Puma (Transit, Ranger)

Variable TCO, abhängig von der Wartungsdisziplin. Strenge Ölwechsel = Kette hält über 200.000 km hinaus, aber der Eingriff (1.200-2.000 €) schlägt schwer zu Buche, wenn er ansteht.

EcoBlue (neuerer Transit)

Höchste und unsicherste TCO: Ölwechsel alle 10.000 km, Nasslauf-Zahnriemen vorzeitig vor 120.000 km (> 1.500 €), erhebliches finanzielles Risiko außerhalb der Garantie.

Unerwartetes Ergebnis: Handwerker und Camperausbauer suchen heute die letzten Transit Custom mit dem „alten" 2.2 TDCi Puma (bis 2016). Trotz der bekannten Anfälligkeit der Injektoren (vor 2011) und der AGR-Ventile „kündigt" der Kettenantrieb seinen Verschleiß an, was der EcoBlue nicht tut.

Zum Merken, um Ihren 2.2 TDCi zu identifizieren

  • Nutzfahrzeug oder Pick-up (Transit, Ranger, Boxer, Jumper, Ducato) = Puma-Familie mit Stahlkette
  • Limousine oder Van (Mondeo Mk4, S-Max, Galaxy, 508, C5) = DW12-Familie mit Zahnriemen + Kettchen
  • Ausnahme: Der Mondeo Mk3 (2000-2007) hat eine Kette (Puma-Motor in eine Limousine eingebaut)
  • Nachfolger 2.0 EcoBlue (seit 2016) = Nasslauf-Zahnriemen, sehr genau zu überwachen (Ölwechsel 10.000 km, Öl 0W30 WSS-M2C950-A)
  • Puma-Kette: Rasseln im kalten Zustand + Motorkontrollleuchte = Verschleiß umgehend diagnostizieren lassen (Interferenzmotor)

Häufige Fragen — Ford 2.2 TDCi

Hat der Ford 2.2 TDCi eine Steuerkette oder einen Zahnriemen?

Beides, je nach Version. Die Nutzfahrzeuge und Pick-ups (Transit, Ranger, Boxer, Jumper, Ducato) erhalten den Puma-Motor mit Stahlkette. Die Pkw (Mondeo Mk4, S-Max, Galaxy, 508, C5) erhalten den DW12 mit Zahnriemen, ergänzt durch eine kleine interne Kette zwischen den Nockenwellen.

Wann sollte der Steuertrieb gewechselt werden?

Bei der Puma-Kette: Prüfung ab 150.000 km und empfohlener vorbeugender Wechsel um 200.000 km oder 10 Jahre, mit strengen Ölwechseln alle 15.000 km. Beim DW12-Zahnriemen: 200.000 km oder 10 Jahre bei normaler Nutzung, reduziert auf 120-160.000 km bei erschwerter Stadtnutzung.

Was kostet der Wechsel?

Rechnen Sie mit 1.200 bis 2.000 € für die Puma-Kette (hoher Arbeitsaufwand) und 600 bis 1.000 € für den Zahnriemensatz + Wasserpumpe des DW12.

Sollte man den 2.2 TDCi mit Kette oder den neueren 2.0 EcoBlue bevorzugen?

Für den intensiven gewerblichen Einsatz empfehlen viele Fachleute heute den 2.2 TDCi Puma mit Kette. Sein Nachfolger EcoBlue verwendet einen Nasslauf-Zahnriemen, dessen Zersetzung die Ölpumpe verstopfen und den Motor zerstören kann, oft ohne Vorwarnung.