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Motoren-Ratgeber

TDI EA189: Zuverlässigkeit, Probleme und Wartung

Alles Wichtige zum 2.0 TDI EA189: Zuverlässigkeit, Steuertrieb, Wartung, Probleme mit der Ölpumpe und Tipps, wie Sie Schäden vermeiden...

  • volkswagen
Von Romain Bouchard5 Min. Lesezeit
TDI EA189: Zuverlässigkeit, Probleme und Wartung

110-170 PS

Leistung

250-350 Nm

Drehmoment

4,3 l

Ölfüllmenge 5W-30

Vorstellung des Volkswagen 2.0 TDI EA189

Der 2.0 TDI EA189 ist eine wesentliche Weiterentwicklung des Volkswagen-Dieselmotors und löste 2007 den EA188 ab. Die Vierzylinder-Konstruktion behält den robusten Graugussblock bei und arbeitet mit einer geschmiedeten Kurbelwelle, 95,5 mm Hub und 81 mm Bohrung, woraus sich exakt 1.968 cm³ Hubraum ergeben. Das Aggregat gilt insgesamt als solide, hat aber einige Schwachstellen (Ölpumpe, Zahnriemen).

Verwendung in Fahrzeugen: Diese Motorisierung ist im VAG-Konzern weit verbreitet: Golf, Passat, Tiguan, Audi A3/A4/A6, Skoda Octavia/Superb, mit über 50 verschiedenen Motorkennbuchstaben je nach Leistungsstufe (84 bis 180 PS).

Technische Daten

SpezifikationWertTechnisches Detail
Hubraum1.968 cm³Bohrung 81 mm × Hub 95,5 mm
Bauart4 Zylinder in ReiheGraugussblock, Alu-Zylinderkopf, 16V
Verdichtung16,5:1Auf die Selbstzündung des Diesels ausgelegt
Ventile16 (4 pro Zylinder)Betätigung über zwei Nockenwellen

Technische Weiterentwicklungen 2007–2015

Der EA189 wurde in zwei klar getrennten Generationen gebaut:

  • Generation 1 (2007–2009): Piezo-Injektoren von Bosch, Kunststoff-Saugrohr mit Drallklappen (Öffnung ab 3.000 U/min), Steuergerät EDC 17 CP14. Aufladung durch einen BorgWarner BV43.
  • Generation 2 (2009–2015): Entfall der Drallklappen im Saugrohr, einfachere Magnetventil-Injektoren, Steuergerät EDC 17 C46. Turbolader BorgWarner BV40/BV43 je nach Leistungsstufe.

Schwachstellen und Zuverlässigkeit des 2.0 TDI EA189

  • Sechskantwelle der Ölpumpe (vor 2010). Bei den Modellen mit Ausgleichswellen rundet sich die sechskantige Antriebswelle ab, die Ölpumpe bleibt stehen und es kommt zum Motorschaden. Ein vorbeugender Austausch bei rund 150.000 km ist Pflicht.

  • Zahnriemen. Kritische Grenze bei 120.000 km (Kontrolle bei 90.000 km). Bei einem Riss droht der Totalschaden des Motors.

  • AGR-Ventil und Partikelfilter. Häufige Versottung bei Kurzstreckenbetrieb. Auch das Saugrohr verkokt über die Kurbelgehäuseentlüftung.

  • Zweimassenschwungrad. Vibrationen im Leerlauf und Schlaggeräusche beim Abstellen des Motors, vorzeitiger Verschleiß möglich.

Common-Rail-Einspritzsystem

Das Common-Rail-System von Bosch (1.800 bar) erlaubt bis zu 5 Einspritzungen pro Arbeitsspiel (Vor-, Haupt- und Nacheinspritzungen), um Geräusch und Emissionen zu senken.

BauteilGeneration 1Generation 2
InjektorenPiezoMagnetventil
SteuergerätEDC 17 CP14EDC 17 C46

Empfohlene vorbeugende Wartung

Empfohlener Wartungsplan

  • Ölwechsel alle 15.000 km (oder jährlich) mit Motoröl 5W-30 nach VW 507.00, zwingend wegen des Partikelfilters.
  • Zahnriemensatz + Wasserpumpe alle 120.000 km oder 5 Jahre erneuern.
  • Vorbeugender Austausch der Sechskant-Antriebswelle der Ölpumpe bei den betroffenen Modellen (> 150.000 km).
  • Kraftstofffilter alle 30.000 km, um die Hochdruckpumpe zu schützen.
  • Entkokung oder regelmäßige Autobahnfahrten, um Partikelfilter und AGR zu schonen.

Leistungssteigerung (Stufe 1)

Der 2.0 TDI EA189 spricht sehr gut auf eine Softwareoptimierung an:

  • 110 PS ➔ 160-170 PS (+110 Nm)
  • 140 PS ➔ 180-190 PS (+80 Nm)
  • 170 PS ➔ 200-210 PS (+70 Nm)

Achtung: DSG-Getriebe und Zweimassenschwungrad müssen in einwandfreiem Zustand sein, um das Mehr an Drehmoment aufzunehmen (empfohlene Grenze 400 Nm beim DSG6).

Technische FAQ

Welches Motoröl ist zu verwenden?

Zwingend ein 5W-30 nach der Norm VW 507.00 (Low SAPS), damit der Partikelfilter nicht zugesetzt wird.

Wann ist der Zahnriemen fällig?

Vorgeschrieben sind je nach Baujahr oft 180.000 km oder 210.000 km, sicherheitshalber ist ein Wechsel bei 120.000 km oder nach 5 Jahren aber dringend zu empfehlen.

Woran erkenne ich, ob meine Ölpumpe betroffen ist?

Betroffen sind die Modelle mit Ausgleichswellen (bestimmte Motorkennbuchstaben, häufig die 140-PS-Variante) bis Ende 2009. Schlaggeräusche oder die rote Öldruckkontrollleuchte sind die letzten Warnzeichen.

Was unterscheidet CBAB und CLJA?

CBAB (2008–2011) hat Ausgleichswellen und damit das Ölpumpenrisiko. CLJA (ab 2010) kommt ohne Ausgleichswellen aus und ist in diesem Punkt zuverlässiger.

Autor

Romain Bouchard
Romain Bouchard

Gründer · Experte für Motorsteuertriebe

10 Jahre Erfahrung in der Analyse von technischen Hersteller-Mitteilungen und realen Motorschäden. Gründer von Steuerkette-Zahnriemen.de, der Referenz-Website zum Steuertrieb im Automobil.