Logo steuerkette-zahnriemen
STEUERKETTE-ZAHNRIEMENIhr Steuertrieb in 1 Klick
ActualitésIndustrie

Audi behält den Verbrenner: warum diese Kehrtwende bis 2035 gilt

Audi gibt den Termin 2033 auf und verlängert seine Benzin- und Dieselmotoren mindestens bis 2035. Analyse der Strategie von Gernot Döllner.

Von Romain Bouchard5 Min. Lesezeit
Audi behält den Verbrenner: warum diese Kehrtwende bis 2035 gilt

Strategischer Kurs

Audi verzichtet auf einen schnellen Ausstieg aus dem Verbrenner

Das Versprechen von Markus Duesmann aus dem Jahr 2021 – die Entwicklung von Verbrennern 2026 einzustellen und die Verbrennung 2033 aufzugeben – gilt nicht mehr. Sein Nachfolger Gernot Döllner steht zu einem „flexiblen" Kurswechsel: Audi lässt sich künftig ein Fenster von sieben bis zehn Jahren, bevor ein vollständiger Ausstieg aus Benzin- und Dieselmotoren ins Auge gefasst wird – auch bei den sportlichen RS-Modellen.

Zwischen 2024 und 2026 wird die Verbrenner- und Plug-in-Hybrid-Palette vollständig erneuert und verschafft Audi ein umfassendes Portfolio bis mindestens 2035. Die Einstiegsmodelle konzentrieren sich rund um Q3 und A3, während der A8 und die SUV Q7, Q8 und der künftige Q9 das obere Segment festigen.

Produkt-Roadmap

Elektrisch: Rückzug oder Ergänzung?

Diese Kehrtwende bedeutet nicht die Aufgabe des reinen Elektroantriebs. Ein Modell in der Größe eines A3 ist für 2026 geplant, Audi wird die SSP-Plattform des Volkswagen-Konzerns mit Unterstützung von Rivian steuern, und der Q6 e-tron wie auch der A6 e-tron bleiben im Katalog. Allerdings weigert sich die Marke, die kleinen, erschwinglichen Elektroautos (Typ ID.2) an ihre Premium-Identität anzupassen.

Das Engagement in der Formel 1 ab 2026 könnte als Prüfstand dienen: Döllner spricht von einem Technologietransfer aus dem Hybridbereich vom Paddock auf die Straße. Auf die Rückkehr von Ikonen wie R8 oder TT angesprochen, bleibt er bewusst vage – „lassen Sie sich überraschen".

Marktanalyse

Warum Audi auf Zeit spielt

  • Anpassung an die Nachfrage: Die Ladeinfrastruktur kommt in mehreren Schlüsselmärkten langsamer voran als erwartet, daher der Wille, ein attraktives Verbrenner-/Hybrid-Angebot zu behalten.

  • Schutz der Margen: Die hochwertigen Verbrenner-Motorisierungen bleiben lukrativer als E-Fahrzeuge für den Massenmarkt, vor allem angesichts des Preisdrucks aus China.

  • Synergie im Volkswagen-Konzern: Audi vom Verbrenner profitieren zu lassen, verschafft den Volumenmarken (VW, Skoda, Cupra) Zeit, um allein beim reinen Elektroantrieb Tempo zu machen.

Ergebnis: Audi behält die Verbrennung als Sicherheitsnetz, während die Elektrifizierung weitergeht – allerdings in einem Tempo, das der Markt diktiert und nicht ein in Stein gemeißelter Zeitplan.

Romain Bouchard
Romain Bouchard

Kfz-Experte

Als Gründer von Steuerkette-Zahnriemen.de begutachtet Romain seit über 10 Jahren Motoren. Er analysiert die technischen Mitteilungen der Hersteller, um wiederkehrende Defekte aufzuspüren.

Diese Artikel könnten Sie interessieren

Illustration Dieselgate: Warum Renault und Stellantis Milliarden riskieren
Industrie

Dieselgate: Warum Renault und Stellantis Milliarden riskieren

1,6 Millionen Briten werfen 5 Herstellern Manipulation vor. Historischer Prozess in London: Entschädigungen in Milliardenhöhe.

21. Oktober 20251 min