Innovation
Der Diesel verschwindet nicht, er erfindet sich neu
Audi hat gerade eine neue Version seines V6 3.0 TDI vorgestellt, die eine 48-Volt-Mildhybridisierung mit der Kompatibilität zu HVO 100 verbindet, einem Kraftstoff aus pflanzlichen Abfällen. Dieser 299 PS starke Motor wird ab Dezember 2025 den A6 und den Q5 antreiben – mit einem Versprechen: die CO₂-Emissionen um 70 bis 95% gegenüber fossilem Diesel zu senken.
Leistung
Ein elektrischer Verdichter, der alles verändert
Der neue V6 TDI integriert einen elektrischen Verdichter hinter dem Turbolader, der die klassische Verzögerung eines aufgeladenen Motors nahezu vollständig beseitigt. Das Ergebnis: ein sofortiger Druckaufbau und ein Drehmoment von 580 Nm, das bereits bei niedrigen Drehzahlen bereitsteht.
Dieses System erreicht 90.000 U/min in 250 Millisekunden, also 40% schneller als die vorherigen Versionen. Beim Beschleunigen gewinnt das Fahrzeug in 2,5 Sekunden eine Wagenlänge Vorsprung gegenüber der alten Generation.
Technologie
Eine Mildhybridisierung, die den Unterschied macht
Das MHEV-Plus-System kombiniert drei Elemente: einen Traktionsgenerator im Getriebe, einen riemengetriebenen Starter-Generator und eine Lithium-Eisenphosphat-Batterie. Das Ganze fügt 24 PS und 230 Nm in den Anfahrphasen hinzu und rekuperiert beim Verzögern bis zu 25 kW.
Der Motor kann bei niedriger Geschwindigkeit sogar rein elektrisch fahren, typischerweise im Stau oder bei Rangiermanövern beim Einparken.
Ökologie
HVO 100, ein Kraftstoff ohne Erdöl
Der V6 TDI ist für den Betrieb mit HVO 100 zugelassen, einem Biokraftstoff nach der Norm EN 15940. Hergestellt aus gebrauchten Speiseölen und landwirtschaftlichen Nebenprodukten, kann er pur oder mit herkömmlichem Diesel gemischt verwendet werden.
Audi liefert seine Neufahrzeuge bereits mit diesem Kraftstoff im Tank aus. Rund 600 Tankstellen in Europa bieten diesen Kraftstoff an, vorwiegend in den skandinavischen Ländern.
Markt
Verbrauch und Malus: die realen Zahlen
Im WLTP-Zyklus zeigt der Audi A6 3.0 TDI 5,3 l/100 km und 140 g/km CO₂, während der Q5 auf 5,8 l/100 km und 153 g/km kommt.
In Frankreich wird der Malus 2026 je nach Ausstattungsniveau zwischen 2.205 und 14.325 € liegen. Eine Strafe, die trotz der technischen Leistungen des Aggregats die Verkäufe bremsen könnte. Die Bestellungen starten am 4. Dezember 2025.

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