Ein sehr elektrisches Finale
Sieben Modelle, nur ein Sieger
Die europäische Jury zum „Car of the Year 2026" hat soeben die Liste der sieben Finalisten veröffentlicht: Citroën C5 Aircross, Dacia Bigster, Fiat Grande Panda, Kia EV4, Mercedes-Benz CLA, Renault 4 und Škoda Elroq. Sechs von ihnen setzen auf rein elektrische oder hybride Antriebsstränge, und fünf sind SUV. Ein klares Signal für die aktuellen Erwartungen des Marktes.
Das Urteil fällt am 9. Januar 2026 auf dem Autosalon in Brüssel, nach den finalen Testfahrten in der Nähe von Barcelona. Jedes Jurymitglied verfügt über 25 Punkte, die auf mindestens fünf Modelle zu verteilen sind, wobei höchstens 10 Punkte auf ein einzelnes Fahrzeug entfallen dürfen.
Renault peilt den Dreierpack an
Der R4 spielt um seine Legende
Als moderne Neuinterpretation der Ikone aus den 1960er-Jahren teilt sich der Renault 4 E-Tech Plattform und Elektrokomponenten mit dem R5, der 2025 ausgezeichnet wurde. In Maubeuge gefertigt, wird er mit zwei Batterien angeboten: 40 kWh für 308 km Reichweite oder 52 kWh für 409 km nach WLTP-Zyklus.
Doch diese technische Nähe könnte sich gegen ihn wenden. Nach dem Scénic E-Tech 2024 und dem R5 im Folgejahr: Stimmt die Jury für ein drittes, seinen Vorgängern sehr ähnliches Renault-Modell? Der Hersteller steht zum fünften Jahr in Folge im Finale, ein schon für sich seltenes Kunststück.
Stellantis und Dacia bündeln ihre Kräfte
Der französische Block im Hinterhalt
Stellantis schickt zwei Vertreter ins Rennen. Der in Rennes produzierte Citroën C5 Aircross erhält erstmals eine rein elektrische Version, ergänzend zu den Verbrenner- und Hybridantrieben. Der Fiat Grande Panda, technischer Cousin des Citroën C3, setzt seinerseits auf einen Retro-Look und eine bezahlbare Vielseitigkeit.
Die Renault Group zählt außerdem auf den Dacia Bigster, einen großen Familien-SUV mit Hybridantrieb. Nach dem fünften Platz des Duster 2025 hofft Dacia, den Anlauf in einen Erfolg zu verwandeln und zu beweisen, dass sich Erschwinglichkeit und Podium vereinen lassen.
Die internationalen Herausforderer
Kia und Mercedes, echte Gefahr
Der Kia EV4 nennt 625 km Reichweite und eine üppige Ausstattung. Es ist das fünfte Jahr in Folge, dass Kia ein Modell ins Finale bringt, allen voran mit dem Erfolg des EV6 im Jahr 2022. Die koreanische Marke hat sich eine solide Reputation im Elektrosegment erarbeitet.
Mercedes-Benz kehrt mit dem CLA zurück, dem einzigen Premium-Angebot der Auswahl. 800-Volt-Plattform, ultraschnelles Laden, das Versprechen von 790 km Reichweite: Die kompakte Limousine will Effizienz und Technologie verbinden. Der Konzern aus Stuttgart hat den Titel seit dem 450 S im Jahr 1974 nicht mehr gewonnen.
Škoda vervollständigt das Feld
Noch ist nichts entschieden
Der Škoda Elroq bildet das Schlusslicht mit einem pragmatischen Angebot: die MEB-Plattform des Volkswagen-Konzerns, angepasst an einen erschwinglicheren Kompakt-SUV. Eine technische Synthese aus Effizienz und Preis, die die rationalsten Juroren überzeugen könnte.
2025 holten der R5 und der Alpine A290 mit 353 Punkten die Krone, vor dem Kia EV3 (291 Punkte) und dem Citroën C3/e-C3 (215 Punkte). Der Abstand könnte sich dieses Jahr verringern, so homogen ist die Auswahl 2026.

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