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STEUERKETTE-ZAHNRIEMENIhr Steuertrieb in 1 Klick
Mercedes-Benz 220 CDI Dieselmotor
Steuerkette - 4 Generationen

Mercedes 220 CDI:
Steuerkette oder Zahnriemen?

Der 220 CDI hat immer eine Steuerkette, unabhängig von der Generation. Doch zwischen dem nahezu unzerstörbaren OM646 und dem OM651 mit kritischem Kettenspanner sind die Zuverlässigkeitsprofile grundverschieden.

TL;DR - 4 Punkte zum Merken

  • Immer eine Steuerkette: Alle Generationen des 220 CDI (OM611, OM646, OM651, OM654) verwenden eine Steuerkette. Kein Zahnriemen auf diesen Mercedes-Blöcken 2.1/2.0L.
  • OM611/OM646 legendär: Vordere Duplex-Kette, für die Lebensdauer des Motors ausgelegt. Taxis überschreiten 500.000 km ohne Eingriff am Steuertrieb.
  • OM651/OM654 im Auge behalten: Simplex-Kette an das hintere Ende des Motors verlegt. Empfindlicher hydraulischer Kettenspanner, Reparatur kann 5.000 € überschreiten. Der Kettenspanner A6510500800 ist ein wichtiges vorbeugendes Update.
  • Der Schlüssel: das Öl: Ölwechsel alle 10.000 km mit Öl MB 229.51/229.52 zwingend. Das ist die einzige echte Garantie für Langlebigkeit bei den modernen Motoren.

Die 4 Generationen des Motors 220 CDI

MotorZeitraumKettentypPosition
OM6111998 – 2006Duplex-KetteVorne am Motor
OM6462002 – 2010Duplex-KetteVorne am Motor
OM6512008 – heuteSimplex-KetteHinten (getriebeseitig)
OM6542016 – heuteSimplex-KetteHinten (getriebeseitig)

OM611 und OM646: Die absolute Referenz für Zuverlässigkeit

Die Motoren OM611 (1998-2006) und OM646 (2002-2010) stehen für den Höhepunkt der Mercedes-Philosophie: eine vordere Duplex-Kette, die kompromisslos für die gesamte Fahrzeuglebensdauer ausgelegt ist.

Die Duplex-Kette verteilt die Last auf zwei parallele Gliederreihen. Diese Konfiguration reduziert den Abriebverschleiß an den Bolzen drastisch und beugt der plastischen Längung vor. Vorn am Motor hinter dem Steuerdeckel gelegen, ist sie für eine Sichtprüfung oder bei Bedarf einen vorbeugenden Wechsel zugänglich.

Im Taxigewerbe sind die OM646 Referenzen: Exemplare erreichen 400.000 bis 500.000 km ohne Eingriff am Steuertrieb. Die Bedingung ist einfach: die Ölwechsel mit einem konformen Öl MB 229.3 oder MB 229.5 einhalten.

MerkmalOM646Auswirkung auf Zuverlässigkeit
KettentypDuplex (doppelte Reihe)Hohe Widerstandsfähigkeit gegen Längung
PositionVorne am MotorLeichter Zugang, einfache Diagnose
Wartung SteuertriebKeine erforderlichErsparnis über die Lebensdauer
Beobachtete Lebensdauer250.000 - 500.000 kmWeit über dem Durchschnitt

OM651: Die hintere Steuerkette und ihre Zwänge

Der 2008 eingeführte OM651 stellt einen architektonischen Bruch dar. Um die Motorhaubenlinie zu senken (Fußgängerschutz) und die Massenverteilung zu optimieren, hat Mercedes-Benz den Steuertrieb an das hintere Ende des Motorblocks verlegt, auf die Seite von Schwungrad und Getriebe.

Gleichzeitig wird die Duplex-Kette durch eine leichtere Simplex-Kette ersetzt, um Reibungsverluste zu reduzieren und die CO2-Emissionen zu verbessern. Diese einzelne Kette muss die beiden Nockenwellen synchronisieren und über ein komplexes System von Zwischenzahnrädern die Hochdruckpumpe antreiben.

Die wesentliche Folge dieser Entscheidung ist wirtschaftlicher Natur: bei einem notwendigen Wechsel setzt der Zugang zum Steuertrieb entweder den kompletten Ausbau des Getriebes oder die vollständige Entnahme des Motors voraus. Die Rechnung für einen Steuerkettensatz beim OM651 kann in einer freien Werkstatt 3.500 bis 5.000 € erreichen, gegenüber 600 bis 900 € beim OM646.

Der hydraulische Kettenspanner: der zentrale Schwachpunkt

Der Kettenspanner des OM651 hängt vollständig vom Öldruck ab. Bei jedem Abstellen des Motors läuft das Öl aus dem Spanner ab. Beim Wiederstart dauert es 2 bis 3 Sekunden, bis der Druck wiederhergestellt ist — in dieser Zeit schlägt eine bereits gelängte Kette gegen die Gleitschienen aus Kunststoff und erzeugt das charakteristische „Kaltklappern".

Vorbeugende Lösung: Wechsel des Kettenspanners gegen das aktualisierte Modell A6510500800 (integriertes Rückschlagventil). Kosten: 200 bis 400 Euro, von oben am Motor ohne größeren Ausbau zugänglich.

Verschleißsymptome der Steuerkette beim OM651

  • Metallisches Klappern beim ersten Start des Tages (vor allem im Winter)
  • Anhaltendes Geräusch länger als 3 Sekunden nach dem Start: Kettenspanner am Limit
  • Motorkontrollleuchte mit Korrelationscodes Nockenwelle/Kurbelwelle (P0340, P0016)
  • Metallpartikel oder Kunststoffrückstände im Öl beim Ölwechsel
  • Unregelmäßiger oder schwerer Start nach längerer Standzeit

OM654: Die aus dem OM651 gezogenen Lehren

Der 2016 in der E-Klasse W213 eingeführte OM654 behält den Steuertrieb hinten am Motor bei, integriert aber deutliche Verbesserungen. Die Kettenbolzen erhalten fortschrittliche Oberflächenbehandlungen (Beschichtungen vom Typ TRITAN®), um den Reibungskoeffizienten und den Widerstand gegen Rußabrieb zu senken.

Der Steuerkettensatz (Kette, Spanner, Schienen) wurde insgesamt verstärkt. Mercedes-Benz schreibt bei den Wartungen inzwischen strengere Spannungs- und Geräuschkontrollen vor, mit besonderem Augenmerk ab 150.000 Kilometern.

Die hintere Position bleibt im Reparaturfall ein wirtschaftlicher Zwang. Die vorbeugende Wartungspolitik und die Ölqualität bleiben die einzigen wirklich vom Besitzer kontrollierbaren Variablen.

Was passiert, wenn man das Klappern ignoriert

Phase 1 — Längung: Die Kette längt sich durch abrasiven Verschleiß der Glieder allmählich. Die Steuerzeit verschiebt sich, das Steuergerät versucht über den Nockenwellenversteller zu kompensieren.

Phase 2 — Bruch der Schienen: Die Schläge der lockeren Kette brechen die Gleitschienen aus Kunststoff. Bruchstücke fallen in die Ölwanne und in die Zahnräder und verschlimmern die Schäden.

Phase 3 — Zahnüberspringen oder Riss: Die Kette springt auf einem Zahnrad über oder reißt. Die Kolben treffen auf die Ventile. Totalzerstörung des Motors. Ersatz durch einen Gebrauchtblock (3.000 bis 5.000 €) oder Aufgabe des Fahrzeugs.

Wartungsprotokoll nach Generation

ServicetypHäufigkeitMaßnahme am Steuertrieb
Ölwechsel (OM611/OM646)15.000 bis 20.000 kmÖl MB 229.3 oder 229.5
Ölwechsel (OM651/OM654)10.000 km / max. 1 JahrÖl MB 229.51 oder 229.52 zwingend
Akustische KontrolleBei jedem StartKlappern > 3 Sek. = dringende Diagnose
Gründliche Kontrolle (OM651/654)150.000 kmLängungsmessung (Spezialwerkzeug)
Vorbeugendes Update (OM651)Je nach DiagnoseWechsel Kettenspanner A6510500800

Reparaturkosten: Die Auswirkung der hinteren Position

EingriffFreie WerkstattVertragswerkstatt
Nur Kettenspanner (OM651)150 € - 300 €350 € - 600 €
Nur Kette (OM646)600 € - 900 €1.200 € - 1.800 €
Kompletter Satz (OM651/OM654)2.000 € - 3.500 €4.000 € - 6.500 €
Gebrauchtmotor (nach Schaden)3.000 € - 5.000 €Nicht zutreffend

Der Kostenunterschied zwischen OM646 (vordere Kette) und OM651 (hintere Kette) verdeutlicht die Bedeutung einer frühen Diagnose. Den Kettenspanner für 250 € zu wechseln, erspart eine Rechnung von 4.000 € einige Monate später.

Keine Renault-Ausnahme beim 220 CDI

Anders als die Mercedes 180 CDI oder manche kompakte 200 CDI (A-/B-Klasse/CLA/GLA), die den Renault-Motor 1.5 dCi (OM607/OM608) mit Zahnriemen tragen, ist der 220 CDI ausschließlich ein Mercedes-Benz-Block mit Steuerkette. Es gibt keine 220-CDI-Version mit Renault-Motor.

Wenn Ihr Fahrzeug als 220 CDI oder 220 d gekennzeichnet ist, haben Sie zwangsläufig einen OM611, OM646, OM651 oder OM654, je nach Baujahr und Modell. Um den genauen Motorcode zu bestätigen, bleibt die Abfrage der VIN bei einem Vertragshändler oder über ein herstellereigenes Diagnosewerkzeug die zuverlässigste Methode.

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Häufige Fragen (FAQ)

Hat der Mercedes 220 CDI eine Steuerkette oder einen Zahnriemen?

Der Mercedes 220 CDI nutzt in allen Generationen (OM611, OM646, OM651, OM654) ausschließlich eine Steuerkette. Anders als die kompakten 180 CDI oder 200 CDI, die den Renault-Motor 1.5 dCi mit Zahnriemen tragen können, ist der 220 CDI immer ein reiner Mercedes-Benz-Block mit Steuerkette.

Was ist der Unterschied zwischen der Steuerkette des OM646 und der des OM651?

Der OM646 besitzt eine Duplex-Kette (doppelte Gliederreihe), die vorn am Motor sitzt, sehr gut zugänglich und außergewöhnlich robust ist. Der OM651 setzt auf eine Simplex-Kette (einfache Reihe), die an das hintere Ende des Blocks, getriebeseitig, verlegt wurde. Diese leichtere Kette ist anfälliger für Längung, und ihre Reparatur erfordert oft den Ausbau des Motors oder des Getriebes, was die Kosten um das 5- bis 10-fache erhöht.

Wann muss die Steuerkette bei einem Mercedes 220 CDI gewechselt werden?

Beim OM611 und OM646 theoretisch nie: Exemplare überschreiten 400.000 km ohne Eingriff am Steuertrieb. Beim OM651 und OM654 wird der Wechsel nötig, wenn die Kette über die Herstellertoleranzen hinaus gelängt ist, was sich meist durch ein Klappern beim Kaltstart oder durch Korrelationsfehlercodes Nockenwelle/Kurbelwelle zeigt. Eine gründliche Kontrolle wird bei diesen Motoren ab 150.000 km empfohlen.

Was ist der Kettenspanner A6510500800 und warum ist er beim OM651 wichtig?

Der Kettenspanner A6510500800 ist ein von Mercedes-Benz veröffentlichtes technisches Update, um das Startklappern beim OM651 zu beheben. Seine geänderte Innenkonstruktion (sogenannte '4-Loch'-Ausführung) enthält ein Rückschlagventil, das auch nach längerer Standzeit des Motors eine Restspannung im Spanner hält. So verhindert er, dass die Kette in den ersten Sekunden des Starts gegen die Gleitschienen schlägt, wenn die Ölpumpe den Druck noch nicht wiederhergestellt hat. Der Einbau kostet 200 bis 400 Euro und kann die Lebensdauer der originalen Kette erheblich verlängern.

Welches Öl schützt die Steuerkette eines modernen Mercedes 220 CDI?

Für die Motoren OM651 und OM654 schreibt Mercedes-Benz die Normen MB 229.51 oder MB 229.52 für Fahrzeuge mit Dieselpartikelfilter (DPF) vor. Diese Low-SAPS-Spezifikationen (geringer Aschegehalt) sind unverzichtbar für die Langlebigkeit des DPF, aber auch dafür, dass der hydraulische Kettenspanner einen korrekten Druck hält. Ein nicht freigegebenes oder zu spät gewechseltes Öl wird durch den Dieselruß abrasiv und beschleunigt so den Verschleiß der Kettenglieder. Der empfohlene Ölwechselintervall beträgt 10.000 km oder 1 Jahr, unabhängig von der Anzeige im Bordcomputer.