Dieselbe Bombe unter der Haube
Ein Motor, der bei 80.000 km aufgibt. Eine Rechnung über 10.936 Euro. Eine im vergangenen Dezember eingeleitete US-Bundesuntersuchung. Der Ford EcoBoost 1.0 steht im Zentrum eines Falls, der bis ins Detail an den PureTech-Skandal erinnert, und Hunderttausende französische Autofahrer sind potenziell gefährdet.
Zunehmende Meldungen
Berichte, die sich auch diese Woche weiter häufen
In Foren und sozialen Netzwerken berichten Besitzer von Fiesta, Focus, Puma, B-Max, C-Max, EcoSport und Mondeo von abrupten Pannen mitten im Verkehr mit Verlust der Bremskraftunterstützung.
Der Ausfallmechanismus: ein im Öl laufender Zahnriemen. Ford hatte auf diese Technologie gesetzt, mit dem Versprechen einer Lebensdauer von bis zu 240.000 km. Die Hitze des Öls zersetzt den Gummi, gibt mikroskopische Bruchstücke frei und verstopft den Schmierkreislauf. Der Motor verschleißt von innen und kann bereits ab 44.000 km reißen — manche Berichte sprechen von Motorschäden bei 80.000 km.
Dieses Szenario erinnert nicht ohne Grund an den PureTech-Motor von Stellantis, dessen Defekte am im Ölbad laufenden Zahnriemen Hunderttausende Besitzer getroffen haben.
Ausmaß des Problems
300.000 Ford EcoBoost 1.0 in Frankreich verkauft
Es ist die Zahl, die einem den Rücken herunterläuft: Über 300.000 Exemplare des 1.0 EcoBoost wurden auf dem französischen Markt abgesetzt. Auch die Diesel sind nicht verschont: Der 1.5 EcoBlue und der 2.0 EcoBlue in Transit und Kuga weisen Defekte derselben Art auf, so das L'Automobile Magazine.
2024 hat Ford in Nordamerika über 140.000 Fahrzeuge zurückgerufen. Im vergangenen Dezember hat die NHTSA (US-Verkehrsbehörde) nach 44 Meldungen über plötzliche Motorausfälle bei Fiesta 2015-2017 und Focus 2015-2018 eine vorläufige Untersuchung eingeleitet.
Die realen Kosten
Kostenvoranschläge zwischen 9.000 und 10.936 Euro
Mehrere von Lesern in den letzten Wochen übermittelte Kostenvoranschläge decken sich: Ein kompletter Motoraustausch pendelt zwischen 9.000 und 10.936 Euro. Beträge, die oft den Marktwert des Fahrzeugs übersteigen.
Ford ist seither bei den neuen Versionen des 1.0 EcoBoost auf eine Steuerkette umgestiegen, doch ein kleiner im Ölbad laufender Zahnriemen bleibt weiterhin zum Antrieb der Ölpumpe bestehen.
Dringende Ratschläge
Was Sie noch diese Woche tun sollten
Die Mechaniker sind eindeutig: Bei diesen Motorisierungen ist höchste Wachsamkeit geboten.
- Prüfen Sie Ölstand und Ölzustand bei jedem Tanken oder alle 1.000 km
- Wechseln Sie den Zahnriemen vorbeugend, ohne die ersten Anzeichen einer Zersetzung abzuwarten
- Beim 2.0 EcoBlue hat Ford das Intervall auf 6 Jahre oder 160.000 km verkürzt: Halten Sie es ein
- Jedes ungewöhnliche Geräusch beim Start oder eine aufleuchtende Öl-Kontrollleuchte = dringender Termin beim Mechaniker
Ford empfiehlt einen Zahnriemenwechsel alle zehn Jahre bei den Benzinversionen. Bei einem Motor mit erwiesenem Risiko ist das eine Frist, die man nicht bis zum Ende ausreizen sollte. Um den Unterschied zwischen Zahnriemen und Steuerkette zu verstehen, lesen Sie unseren vollständigen Ratgeber zum Steuertrieb.

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