Logo steuerkette-zahnriemen
STEUERKETTE-ZAHNRIEMENIhr Steuertrieb in 1 Klick
ActualitésAktuelles / Automobilindustrie

Stellantis gibt den PureTech auf: der Firefly-Motor kommt 2026 in den Peugeot 208 und den Citroën C3

Der im Ölbad laufende Zahnriemen des PureTech hat Tausende Motorschäden verursacht. Stellantis hat nun entschieden: Der über Millionen Kilometer in Brasilien erprobte Firefly übernimmt in Europa. Das sind die betroffenen Modelle und was sich für Sie ändert.

Von Romain Bouchard4 Min. Lesezeit
Stellantis gibt den PureTech auf: der Firefly-Motor kommt 2026 in den Peugeot 208 und den Citroën C3

Das Ende der PureTech-Ära

Stellantis begräbt den PureTech: der Firefly-Motor kommt ab 2026 in den Peugeot 208 und den Citroën C3 in Europa

In dieser Woche hat Stellantis den schrittweisen Ersatz des 1.2 PureTech durch die Firefly-Familie auf den wichtigsten europäischen Märkten offiziell bestätigt. Eine strategische Kehrtwende unter Führung des neuen Chefs Antonio Filosa, die radikal mit den Entscheidungen seines Vorgängers Carlos Tavares bricht.

Eine sehr schwere Bilanz

Der im Ölbad laufende Zahnriemen, der Ursprung von allem

Der PureTech hat über Jahre hinweg Rückruf um Rückruf angehäuft. Sein Zahnriemen, der dauerhaft im Motoröl läuft, zersetzt sich vorzeitig und gibt Gummipartikel in den Schmierkreislauf ab.

Diese Rückstände verstopfen das Ansaugsieb. Der Öldruck bricht zusammen. In den schwersten Fällen gibt der Motor noch vor 100.000 km den Geist auf.

Zwei massive Rückrufaktionen wurden bereits bei Modellen wie dem Peugeot 208, dem 308, dem 2008 und dem Citroën C3 gestartet, nachdem Abrieb begonnen hatte, die Vakuumpumpe der Bremsanlage zuzusetzen – ein unmittelbares Risiko für die Sicherheit der Fahrer.

Metallische Steuerkette

Der Firefly, ein über die Kilometer erprobter Motor

Der Firefly ist kein neuer Motor. 2016 von Fiat eingeführt und seither in Brasilien in großem Maßstab produziert, hat dieser Aluminiummotor mit metallischer Steuerkette Millionen Kilometer unter weitaus anspruchsvolleren Fahrbedingungen als in Europa zurückgelegt.

Die Kette ersetzt den Nasslauf-Zahnriemen: Sie läuft nicht im Öl, zersetzt sich nicht chemisch und erfordert über die Lebensdauer des Fahrzeugs keinen planmäßigen Austausch.

Stellantis investiert nun, um ihn auf die Euro-7-Norm zu bringen und mit einer 48-V-Hybridisierung auszustatten, mit dem erklärten Ziel einer Vermarktung über 2030 hinaus.

Einführung 2026

Peugeot 208, Citroën C3: die Ersten, die umsteigen

Die Umstellung beginnt bei den absatzstärksten Modellen. Der Peugeot 208 und der Citroën C3 stehen an der Spitze der vorrangigen Modelle, gefolgt vom Peugeot 2008.

Der Peugeot 208 Hybrid 2026 verfügt bereits über das Doppelkupplungsgetriebe e-DCS6 mit integriertem 48-V-Elektromotor und einer angekündigten Verbrauchssenkung von 15 % gegenüber den früheren reinen Verbrennerversionen.

Die Mildhybrid-Variante des Firefly zielt auf eine direkte Integration in die bestehenden Plattformen ab, ohne aufwendigen Umbau der Montagelinien.

Weltweite Standardisierung

Turin und Betim: die italienische Entwicklung übernimmt wieder das Ruder

Das Werk Termoli in Italien sollte zu einer Batterie-Gigafactory umgebaut werden. Es bleibt nun doch das Herzstück der Verbrennerproduktion des Konzerns.

Das brasilianische Werk Betim in Minas Gerais wird seinerseits zur weltweit größten Produktionsstätte der Firefly-Familie. Die in Brasilien gefertigten Komponenten beliefern die europäischen Linien, insbesondere in Polen.

Diese Standardisierung senkt die Produktionskosten, vereinfacht die Schulung der Techniker in den Vertragswerkstätten und verringert die Unterhaltskosten für den Endnutzer.

Ein Ruf, der neu aufgebaut werden muss

Auswirkung auf den Wert von Gebrauchtwagen

Die mit dem neuen Motor ausgestatteten Modelle dürften auf dem Gebrauchtmarkt einen geringeren Wertverlust erleiden. Der Ruf der Zuverlässigkeit wiegt schwer beim Restwert, und der PureTech hatte das Image von Peugeot und Citroën in diesem Punkt ernsthaft beschädigt.

Statt einen Verbrennungsmotor von Grund auf neu zu entwickeln – riskant angesichts der nahenden Verbotsfristen für Verbrennungsmotoren – hat sich Stellantis dafür entschieden, eine bereits amortisierte Technologie zu industrialisieren. Das freigesetzte Kapital wird auf die vollständige Elektrifizierung und die Fahrzeugsoftware umgelenkt.

Romain Bouchard
Romain Bouchard

Kfz-Experte

Als Gründer von Steuerkette-Zahnriemen.de begutachtet Romain seit über 10 Jahren Motoren. Er analysiert die technischen Mitteilungen der Hersteller, um wiederkehrende Defekte aufzuspüren.

Diese Artikel könnten Sie interessieren

Illustration Stellantis Vesoul: die Verlagerung der Motoren nach Poissy bedroht ab heute 122 Arbeitsplätze
Aktuelles / Automobilindustrie

Stellantis Vesoul: die Verlagerung der Motoren nach Poissy bedroht ab heute 122 Arbeitsplätze

An diesem Donnerstagmorgen hat Stellantis in einem außerordentlichen Betriebsrat den Abzug der Motorenproduktion von Vesoul nach Poissy angekündigt. 122 Beschäftigte sind direkt betroffen. Die Gewerkschaft CFTC prangert einen wirtschaftlichen Unsinn an. Und Poissy selbst stellt die Fahrzeugfertigung 2028 ein.

16. April 20264 min
Illustration Ford und Renault verbünden sich: zwei französische Elektroautos, um Ford in Europa zu retten
Aktuelles / Automobilindustrie

Ford und Renault verbünden sich: zwei französische Elektroautos, um Ford in Europa zu retten

Ford bricht mit Volkswagen und wählt Renault als neuen Elektro-Partner. Zwei in Frankreich auf R5-Plattform gebaute Autos sollen die Marke bis 2028 in Europa wieder in Fahrt bringen.

12. Dezember 20253 min