Investor Day am 21. Mai 2026
Treffpunkt Auburn Hills
Stellantis hat den 21. Mai 2026 offiziell als Termin für seinen Investor Day in Auburn Hills, Michigan, bestätigt. Dort wird Antonio Filosa den neuen Strategieplan des Konzerns vorstellen. Diese Ankündigung fällt in eine Phase erheblicher industrieller und wirtschaftlicher Schwäche, fast ein Jahr nach dem Amtsantritt des neuen Chefs, der einen sowohl in Europa als auch in Nordamerika ins Straucheln geratenen Automobilriesen wieder aufrichten muss.
Vorrang für den nordamerikanischen Markt
Eine vielsagende Entscheidung für Amerika
Der Konzern hat bewusst amerikanischen Boden gewählt, um seinen Fahrplan zu präsentieren – ein deutliches Signal: Das historisch profitablere Nordamerika-Geschäft rückt wieder in den Vordergrund. Seit seinem Amtsantritt hat Antonio Filosa die europäische Führungsriege tiefgreifend umgebaut und die Stützen des „französischen Lagers" zugunsten von Vertrauten aus dem Fiat-Chrysler-Umfeld verdrängt.
Dieser Plan tritt die Nachfolge von Dare Forward 2030 an, das unter Carlos Tavares entworfen wurde und dessen Ziele angesichts der Marktrealität inzwischen mehrfach unrealistisch erscheinen.
Marktanteile im freien Fall
Die Erosion in Europa beschleunigt sich
2025 behauptete Stellantis in Europa den zweiten Platz hinter Volkswagen, jedoch auf historisch niedrigem Niveau. Der Marktanteil fiel auf 16 %, gegenüber 17,1 % ein Jahr zuvor und mehr als 23 % bei der Gründung des Konzerns 2021.
Diese langsame, aber stetige Erosion, und das nach dem Skandal um die PureTech-Motoren, verbirgt starke Unterschiede zwischen den Marken: Peugeot bleibt mit dem 2008 und dem 3008 die kontinentale Stütze, während DS, Lancia und Alfa Romeo Mühe haben, ihre ausgewiesenen Stückzahlen zu erreichen. Zugleich erreichte Cupra 2025 in Europa rund 300.000 Zulassungen und schnappte sich Anteile, die die etablierten Konzerne freigegeben hatten.
Marken, Antriebe, Überkapazitäten
Die heißen Eisen von Antonio Filosa
Am 21. Mai wird der Stellantis-Chef an drei entscheidenden Fronten erwartet. Erste Herausforderung: Klarheit über das Schicksal der 14 Konzernmarken zu schaffen, da Anpassungen des Portfolios oder Neupositionierungen unumgänglich erscheinen, um die interne Kannibalisierung zu vermeiden.
Zweite Baustelle: die Antriebsstrategie neu ausrichten, da das im Rahmen von Dare Forward 2030 gesetzte Ziel von 100 % Elektro weltweit inzwischen außer Reichweite liegt. Die bewusste Rückkehr des V8 Hemi in den USA veranschaulicht bereits eine pragmatische Wende, die auf Rentabilität und regionale Anpassung setzt.
Dritter Notfall: die Überkapazitäten in der Produktion lösen, insbesondere in Europa, wo die Nachfrage trotz einer politisch verkündeten, aber wirtschaftlich fragilen Elektrowende schwach bleibt.
Pricing Power aufgegeben
Eine bereits eingeleitete kommerzielle Wende
Um verlorenes Terrain zurückzuerobern, hat Stellantis bereits eine radikale kommerzielle Wende eingeleitet: Preissenkungen bei Neuwagen, Neupositionierung von Marken wie Opel im Einstiegssegment und eine Verbesserung der Beziehungen zu den Händlern.
Xavier Duchemin, Chef von Stellantis Frankreich, hat es eingeräumt: „Wir waren zweifellos zu ehrgeizig" mit der „Pricing-Power"-Strategie von Tavares, die darauf abzielte, weniger, dafür aber teurer zu verkaufen.

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