Außerordentlicher Betriebsrat vom 16. April 2026
An diesem Donnerstagmorgen, dem 16. April 2026, hat Stellantis in einem außerordentlichen Betriebsrat die Verlagerung der Motorenproduktion vom Standort Vesoul nach Poissy angekündigt. Ein Paukenschlag für die Belegschaft in der Haute-Saône: 122 Beschäftigte stehen direkt im Fadenkreuz, darunter 60 Festangestellte und 62 Leiharbeiter.
Soziale Auswirkungen
60 Festangestellte und 62 Leiharbeiter auf der Straße
Die CFTC beziffert die Auswirkung auf 122 Beschäftigte: 60 Festangestellte, 62 Leiharbeiter. Jean-Paul Guy, Gewerkschaftsdelegierter, ist außer sich. Für ihn ist es „eine politische Entscheidung, ein wirtschaftlicher Unsinn": Die Beschäftigten in Vesoul kosten weniger, und die Motoren müssen als Ersatzteile über Vesoul geleitet werden, was die Transportkosten und den CO2-Ausstoß in die Höhe treibt.
Er fordert die Weiterbeschäftigung aller Festangestellten ohne Ausnahme und die Öffnung eines Freiwilligenprogramms für sämtliche betroffenen Beschäftigten.
Das Poissy-Paradox
Poissy fängt auf, aber für wie lange?
Die Verlagerung der Motoren nach Poissy kommt zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt: Stellantis hat gerade das Ende der Automobilproduktion an diesem historischen Standort in der Île-de-France ab Ende 2028 angekündigt. 2025 wurden dort noch 90.000 Fahrzeuge von 1.600 Arbeitern montiert.
Das Werk stellt sich auf Pressteile, Ersatzteile, Motorenmontage, 3D-Druck und die Demontage von Fahrzeugen um. Stellantis verspricht 100 Millionen Euro Investitionen. Doch von den derzeit 2.000 Stellen sollen 2030 nur noch 1.000 erhalten bleiben.
Zulieferer
Ein Ökosystem von 1.500 Zulieferern in Gefahr
Die Gewerkschaft Force ouvrière schlägt Alarm: 1.500 Personen arbeiten bei Zulieferern, die direkt von der Tätigkeit in Poissy abhängen. Die Gewerkschaft Sud hat für den 23. April zum Streik aufgerufen, um Beschäftigungsgarantien zu erwirken – bei Stellantis und bei seinen Zulieferern.
Diese Entscheidungen fallen in ein angespanntes Marktumfeld: In Europa werden 20 % weniger Autos verkauft als 2019. Die chinesische Konkurrenz und die finanziellen Schwierigkeiten des Konzerns beschleunigen die Abwägungen. Stellantis hatte 2025 bereits mehrere Umstrukturierungsprogramme aufgelegt, darunter einen massiven Rückruf seiner 48-V-Hybride, der die operativen Spannungen des Konzerns offengelegt hatte.

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