Die wichtigsten Zahlen
- EB2DT / EB2DTS: die Motorcodes der vom Riemenmangel betroffenen Turboversionen
- Vor 2018: im Ölbad laufender Zahnriemen, ohne ausreichenden Schutz gegen Kraftstoffeintrag
- Nach 2018: überarbeiteter Schmierkreislauf und geänderte Riemenspannung bei den EB2ADTS-Serien
- 60.000 bis 100.000 km: die Laufleistung, in der sich die Schäden an den Motoren vor 2018 häufen, laut Rückmeldungen aus einschlägigen Foren
- 1.200 bis 3.700 €: Spanne für die Reparatur von Riemen und Steuertrieb, je nach Zustand des Motors (Preisstand April 2026)
Warum 2018 beim PureTech ein Wendepunkt ist
Der PureTech 1.2 Turbo, ausgeführt unter den Codes EB2DT und EB2DTS, läuft seit 2012 in Dutzenden Modellen des PSA-Konzerns. Peugeot 208, 2008, 308; Citroën C3, C4 Cactus; DS3, DS4 – sie alle haben diesen Motor bekommen.
Das grundlegende Problem ist seit Jahren in einschlägigen Foren dokumentiert: Der Zahnriemen läuft im Motoröl. Wird das Öl durch Benzin verdünnt – ein durch Kurzstrecken begünstigter Effekt –, altert der Riemen vorzeitig. Das Ergebnis: Motorschaden, mitunter ohne jedes Vorzeichen.
Vor 2018 hatte PSA die eigentliche Ursache nicht angegangen. Die Wartungsintervalle blieben für den realen Einsatz der Fahrer unpassend, und die Auslegung des Steuertriebgehäuses schützte den Riemen zu wenig.
Ab 2018, und deutlicher noch bei den gegen Ende der Produktion ausgelieferten EB2ADTS-Serien, kamen mehrere Änderungen: überarbeiteter Schmierkreislauf, verbesserte Riemenspannung und – laut den Werkstätten, die diesen Fall verfolgen – ein besserer Ölablauf rund um den Riemen. Um herauszufinden, zu welcher Generation Ihr Motor gehört, sollten Sie zuerst Ihren PureTech-Motorcode entschlüsseln.
Vor 2018: die Motoren, die vorrangig zu beobachten sind
Die bis Ende 2017 gebauten EB2DT und EB2DTS häufen die Risikofaktoren. PSA hatte das Wartungsprofil noch nicht an den Kurzstreckenbetrieb angepasst, und die tatsächliche Lebensdauer des Riemens konnte weit unter die Herstellervorgaben fallen.
In einschlägigen Foren sind die Schadensmeldungen zu diesen Generationen zahlreich und einheitlich: Schaden zwischen 60.000 und 100.000 km, mitunter früher, nach überwiegend städtischer Nutzung. Auch Fachmedien haben über das Ausmaß des Problems berichtet.
Der Citroën C3 III 1.2 PureTech der Modelljahre 2016 und 2017 gehört zu den in den dokumentierten Fällen am häufigsten vertretenen Modellen – was ihn ohne vorherige Prüfung zu einem besonders riskanten Gebrauchtkauf macht.
Was zu tun ist, wenn Ihr Fahrzeug aus dieser Generation stammt:
- Die vollständige Wartungshistorie prüfen (Ölwechsel, Riemenwechsel)
- Ölqualität und Verdünnung durch Kraftstoff kontrollieren
- Eine Endoskopie des Motors zur Beurteilung des Innenzustands erwägen, wenn die Historie lückenhaft ist
- Den Riemenwechsel vor den Herstellerintervallen einplanen, besonders im Stadtbetrieb
Nach 2018: echte Verbesserungen, aber keine Vollkasko
Die ab 2018 gebauten Serien, und vor allem jene mit dem Code EB2ADTS, profitieren von den Korrekturen, die nach dem medialen Echo und den ersten Sammelverfahren kamen. PSA hat die Schmierung des Steuertriebgehäuses überarbeitet und einzelne Parameter der Spannung geändert.
Das Ergebnis in der Praxis: Einschlägige Foren melden bei diesen Generationen bei gleicher Laufleistung deutlich weniger plötzliche Schäden. Das ist kein Freibrief – Schäden gibt es weiterhin, vor allem an schlecht gewarteten oder ausschließlich auf Kurzstrecken bewegten Fahrzeugen –, doch das Risiko ist erheblich geringer.
Die Einschätzung meines Schraubers
„Was ich an den Motoren vor 2018 sehe, wenn ich das Gehäuse öffne, ist oft ein Riemen, der aussieht wie ein bei 40.000 km gealterter Riemen. Das Öl hat den Gummi bearbeitet. Bei den Aggregaten ab 2018 ist das anders – der Riemen sieht bei gleicher Laufleistung besser aus, der Ölablauf ist klar verbessert. Aber Vorsicht: Wenn der Halter seine Ölwechsel nie rechtzeitig gemacht hat, kann auch ein EB2ADTS im selben Zustand landen. Die Konstruktion ist besser, aber sie verzeiht keine vernachlässigte Wartung.“
So bestimmen Sie die Generation Ihres PureTech
Drei Wege, um herauszufinden, ob Ihr Motor von vor oder nach 2018 stammt:
- Der Motorcode, in den Block eingeschlagen und über HSN/TSN in der Zulassungsbescheinigung Teil I (Felder 2.1 und 2.2) zu ermitteln. EB2F = Saugmotor (weitgehend verschont), EB2DT / EB2DTS = riskante Turbo-Erstgeneration, EB2ADTS = überarbeitete Version.
- Das Datum der Erstzulassung in der Zulassungsbescheinigung – aber Achtung: Manche Ende 2018 zugelassenen Fahrzeuge tragen noch Motoren aus alten Beständen.
- Die Motornummer, ausgelegt anhand des PSA-Schlüssels, den unser Artikel Entschlüsselung des PureTech-Motorcodes beschreibt.
Beim Gebrauchtkauf ist das Abgleichen dieser drei Quellen das Minimum. Unsere komplette Checkliste für den PureTech-Gebrauchtkauf führt Punkt für Punkt auf, was vor der Unterschrift zu prüfen ist.
Wenn Sie tiefer in den gesamten Fall einsteigen wollen, bündelt unser kompletter Ratgeber zum PureTech-Mangel Vorgeschichte, Ansprüche und Erfahrungsberichte.
Ihren PureTech prüfen lassen: was das kostet
Eine vorsorgliche PureTech-Diagnose in einer spezialisierten Werkstatt liegt meist zwischen 120 und 220 € (Preisstand April 2026), je nachdem, ob eine Endoskopie enthalten ist oder nicht. Das ist der erste Schritt, wenn Sie die genaue Historie eines Fahrzeugs von vor 2018 nicht kennen.
Der Wechsel des Zahnriemens allein bewegt sich in einer freien Werkstatt zwischen 600 und 1.050 €. Hat der Motor innere Schäden davongetragen, kann die Rechnung je nach Umfang der zu ersetzenden Teile 3.700 € und mehr erreichen.
Häufige Fragen
Sind alle PureTech 1.2 vom Riemenmangel betroffen?
Nein. Der Saugmotor EB2F bleibt von diesem Mangel weitgehend verschont. Betroffen sind die Turboversionen EB2DT und EB2DTS, überwiegend vor 2018 gebaut. Die ab 2018 schrittweise eingeführte Version EB2ADTS hat Korrekturen des Herstellers erhalten, die das Risiko deutlich senken.
Ist ein PureTech nach 2018 zuverlässig?
Zuverlässiger als seine Vorgänger, aber nicht bedingungslos. Die EB2ADTS ab 2018 haben eine verbesserte Auslegung. Eine sorgfältige Wartung – eingehaltene Ölwechsel, Öl nach der Norm PSA B71 2312 – bleibt unverzichtbar, damit die Bedingungen für einen Schaden nicht neu entstehen.
Woran erkenne ich, ob mein PureTech von vor oder nach 2018 stammt?
Lesen Sie den in den Block eingeschlagenen Motorcode oder ermitteln Sie ihn über HSN/TSN. EB2DT und EB2DTS stehen für eine ältere, zu beobachtende Version. EB2ADTS weist auf die überarbeitete Generation hin. Das Erstzulassungsdatum hilft, reicht allein aber nicht: Manche Fahrzeuge von 2018 tragen Motoren einer früheren Generation.
Bei welcher Laufleistung sollte der Riemen an einem PureTech von vor 2018 getauscht werden?
Rückmeldungen aus einschlägigen Foren legen nahe, den Wechsel bei Motoren von vor 2018 vor 60.000 km einzuplanen, vor allem wenn das Fahrzeug überwiegend im Stadtverkehr bewegt wird. Die ursprünglichen Herstellervorgaben galten für den realen Einsatz als zu großzügig.
Was kostet ein Zahnriemenwechsel am PureTech?
Zwischen 600 und 1.050 € für den Wechsel des Riemens allein in einer freien Werkstatt, Preisstand April 2026. Bei inneren Motorschäden steigt die Spanne auf 2.200 bis 3.700 €. Die Preise schwanken je nach Region und Art des Betriebs – mehrere Kostenvoranschläge zu vergleichen, bleibt der beste Schutz.
Kann man einen gebrauchten PureTech beruhigt kaufen?
Ja, sofern Sie Motorcode, vollständige Wartungshistorie und Zustand des Riemens prüfen. Ein gut gewarteter EB2ADTS ab 2018 ist ein beherrschbares Risiko. Ein EB2DT ohne klare Historie verdient auch bei geringer Laufleistung eine gründliche Untersuchung vor dem Kauf.

